Am Dienstag, den 24.03.2026, hatten Schülerinnen und Schüler der Klassen 10, EF und Q1 die besondere Gelegenheit, einen eindrucksvollen Zeitzeugenvortrag zu erleben. Die Holocaustüberlebende Henriette Kretz berichtete persönlich von ihrem bewegenden Lebensweg. Begleitet wurde sie dabei von ihrer Assistentin Stephanie Roth, die sie während des Vortrags unterstützte. Es ist ein großes Glück, eine solche Begegnung erleben zu dürfen, denn Zeitzeugengespräche wie dieses sind heute nicht mehr selbstverständlich.
Zu Beginn erzählte Frau Kretz von ihrer Kindheit. Sie wurde am 26. Oktober 1934 in Lwiw (dem damaligen Lemberg, heute in der Ukraine) geboren, das zu dieser Zeit noch zu Polen gehörte. In ihrem Vortrag schilderte sie eindrücklich, welche schweren Erfahrungen sie und ihre Familie während der Zeit des Nationalsozialismus durchleben mussten. Sie berichtete von Flucht, Verlust, Angst, aber auch von Menschen, die ihr geholfen haben und ihr Mut gaben, so dass sie die schreckliche Zeit der nationalsozialistischen Besetzung in unterschiedlichen Verstecken überleben konnte. Besonders beeindruckend war ihre Stärke und ihr Lebenswille. Trotz aller Erlebnisse hat Frau Kretz nie aufgegeben. Sie zeigte uns, wie wichtig es ist, auch in schwierigsten Situationen Hoffnung zu bewahren und weiterzumachen.
Während des Vortrags wurde darauf geachtet, dass alle Zuhörenden sich wohlfühlen. Da einige Inhalte sehr emotional und belastend sein konnten, wurde uns von Anfang an die Möglichkeit gegeben, den Raum jederzeit zu verlassen. Zudem gab es zwischendurch kurze Pausen. Am Ende des Vortrags fand eine Fragerunde statt, in der wir die Gelegenheit hatten, persönliche Fragen zu stellen. Frau Kretz beantwortete diese offen und geduldig und ermutigte uns ausdrücklich, nachzufragen und uns mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Eine zentrale Botschaft ihres Vortrags wurde besonders in der Fragerunde deutlich: Man sollte Menschen nicht hassen – egal, was sie getan haben. Diese Haltung hat viele von uns zum Nachdenken gebracht.
Frau Kretz lebt heute in Belgien und ist extra zu uns gekommen, um ihre Geschichte mit uns zu teilen. Ihre Offenheit und ihr Mut, über diese Erfahrungen zu sprechen, haben uns tief beeindruckt. Der Zeitzeugenvortrag war für uns alle eine sehr bewegende und lehrreiche Erfahrung. Er hat uns nicht nur historische Ereignisse nähergebracht, sondern auch wichtige Werte wie Menschlichkeit, Toleranz und Mitgefühl vermittelt. Solche Begegnungen bleiben im Gedächtnis und zeigen, wie wichtig es ist, die Vergangenheit nicht zu vergessen.
Unser besonderer Dank gilt vor allem Frau Kretz. Es ist alles andere als selbstverständlich, dass sie ihre persönlichen und oft sehr schmerzhaften Erinnerungen mit uns geteilt hat. Mit großer Stärke, Offenheit und Mut hat sie uns einen Einblick in ihr Leben gegeben und damit etwas sehr Wertvolles weitergegeben: die Erinnerung und die wichtige Botschaft für die Zukunft. Ebenso danken wir Frau Roth vom Maximilian-Kolbe-Werk, dem Team der Bildungszugabe der Städteregion Aachen und unserer Lehrerin Frau Bodden für die Organisation und Koordination der Veranstaltung, die uns diese einmalige Erfahrung ermöglicht hat.
Hanan Alasaad, 10c