
Am 17. April tauschten die drei Erdkundekurse der EF das Klassenzimmer gegen feste Schuhe und wetterfeste Kleidung. Unser Ziel: der Hambacher Forst – ein Ort, der wie kaum ein anderer für den Konflikt zwischen Naturschutz und Energiegewinnung steht. Wer jetzt an einen eher langweiligen Wandertag mit ein paar Infotafeln gedacht hat, lag daneben. Schon am Bahnhof wurden wir von unserem Guide, Todde Kemmerich, empfangen, der uns den ganzen Tag begleitete. Direkt zu Beginn wurde klar: Es geht heute nicht nur um Theorie, sondern darum, einen genaueren Blick auf das zu werfen, was man sonst meist nur aus den Nachrichten kennt.
Herr Kemmerich kannte das Gebiet nicht nur aus Karten, sondern hatte selbst schon mehrere Wochen im Wald gelebt und berichtete uns somit aus erster Hand. An verschiedenen Stationen erklärte er uns sowohl die Besonderheiten der Waldökologie als auch die enormen Ausmaße des angrenzenden Tagebaus. Besonders eindrücklich war der Kontrast: eben noch läuft man durch dichten Wald und kurz darauf wird einem bewusst, wie nah die Abbaukante tatsächlich ist. Durch seine eigenen Erfahrungen konnte er auch auf detaillierte Fragen eingehen, wodurch vieles aus dem Unterricht plötzlich deutlich greifbarer wurde.

Ein besonderes Highlight war die Begegnung mit zwei Menschen, die zur Jubiläumswoche im Wald lebten und diesen aufräumten. Sie schlossen sich unserer Gruppe für eine Weile an und kamen mit uns ins Gespräch. Viele von uns waren überrascht, wie offen sie auf unsere Fragen eingegangen sind – solange es nicht um zu persönliche Dinge ging. Dieser direkte Austausch hat uns einen ganz anderen Zugang ermöglicht: zu verstehen, warum jemand sich bewusst für ein Leben im Wald entscheidet, lässt sich schwer aus Büchern oder Dokumentationen vermitteln.
Am Ende des Tages saßen wir mit vielen neuen Eindrücken in der Bahn zurück. Die Exkursion hat gezeigt, dass Erdkunde deutlich mehr ist als das Auswerten von Klimadiagrammen. Unabhängig davon, welche Meinung man zum Thema Tagebau hat, hat uns der Besuch im „Hambi“ geholfen, die verschiedenen Perspektiven besser nachzuvollziehen. Eine Erfahrung, die auf jeden Fall im Kopf bleibt – und für die wir unseren Lehrkräften Frau Adams und Herrn Wieland dankbar sind.
Dimitris-Ilias Dimitrakopoulos Kordonis (EF)