Geschichte der Schule

Dr. phil. Jörg Fündling, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls Alte Geschichte der RWTH Aachen und KKG-Abiturient 1989, hat 2011 die über 400jährige Geschichte des Kaiser-Karls-Gymnasiums systematisch untersucht und seine Ausführungen dankenswerter Weise seiner ehemaligen Schule zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt:

 

Wir feiern 2011 ein fast vergessenes Jubiläum: Seit 125 Jahren heißt das Aachener Kaiser-Karls-Gymnasium so, wie wir es kennen – Kaiser Karl im Unterschied, ja im offenen Gegensatz, zu Kaiser Wilhelm (I.). Nicht ganz so lange, seit 1905, hat die Schule beschlossen, dass ihre Tradition sogar bis 1601 zurückreicht. Feiern wollte man damals 1805 und die Gründung unter Napoleon, aber die preußische Obrigkeit war empört (eine Huldigung für den „Erbfeind“?!). Aus rheinischer Bosheit berief man sich am KKG prompt auf noch ältere Gründerväter und riss kaum verheilte Wunden auf – seit 1905 feierte man ausgerechnet den Jesuitenorden, Lieblingsthema der Verschwörungstheoretiker und Feindbild aller Nichtkatholiken, als Stifter.

Namen und Daten sind Programm, Schulgeschichte ist oft politisch und bildet öfter, als man denkt, eine Glaubensfrage. Wenn eine Stadt sich wandelt, spiegelt sich das auch darin, was sie von ihren Bildungseinrichtungen erhofft und wie diese sich mit ihr verändern. Das „kleine“ Jubiläum 1886 ist ein guter Anlass, im Schnelldurchgang zu besichtigen, was Aachen vom KKG und seinen Vorläufern erwartete – und was in ihrem Innern dabei vor sich ging.

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