Certamen2022

Kritischer Blick beim 37. Certamen Carolinum auf Fake News und skrupellose Anführer

Die 37. Preisverleihung des Certamen Carolinum bot in der Aula Carolina acht sehr guten und engagierten Schülern der lateinischen und griechischen Sprache eine verdiente Bühne. Ihre beeindruckenden Leistungen standen in einem heute gefährdeten Europa ganz im Zeichen aktueller Ereignisse. Acht Schüler aus NRW hatten antike Texte z.B. zu Fake News, zum Verhältnis von Frieden und Ordnung oder zu skrupellosen und verantwortungsbewussten Anführern untersucht und ihre aktuelle Aussagekraft herausgearbeitet. Im Festvortrag ging Pietro Lepore vom Gymnasium Theodorianum in Paderborn der Frage nach, was die Fama bei Vergil heute noch sagen könne. Fama sei als Gerücht, aber auch als Ruhm doppeldeutig. Als anonyme Kraft entfaltete sie wie Fake News heute in einer Situation der Angst eine Dynamik der Zerstörung. Damals wie heute gelte es, verantwortungsbewusst mit Informationen umzugehen und darauf zu achten, was man preisgebe. Beeindruckend zeigte der Q2-Schüler, wie antike Texte heute geradezu brandaktuell sind. Pietro Lepore wurde wie Mia Eger aus Dortmund (Der Zusammenhang zwischen Götterglauben und Todesfurcht bei Lukrez) in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen.

Für Oberbürgermeisterin Keupen als Prämiatorin der Stadt Aachen ist ein Europa ohne antike Wurzeln nicht zu denken und ohne deren Kraft nicht gestaltbar. Sie prämierte Jana Achten von St. Ursula in Geilenkirchen.  Von weiteren großartigen Leistungen zeigten sich als Prämiatoren in Vertretung der Schulministerin die Ministerialrätin Silke Heinz (Juliette Theißen aus Bocholt), Vassilis Koinis, Generalkonsul der Hellenischen Republik in Düsseldorf (Nicolas Camin vom Görres-Gymnasium in Düsseldorf: Skrupellose Tyrannen und verantwortungsbewusste Anführer. Agamemnon bei Homer und bei Wolfgang Petersen), Elisabeth Lebek von der Stiftung Lebendiges Latein (Samuel Kieven vom Gymnasium Zitadelle Jülich), Hermann Krüssel vom Verein Pro Lingua Latina (Mateo Fröhlings aus Witten) und Marco Sievert als Vorsitzender der Vereinigung der ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Karls-Gymnasium (Hana Schotten von der Ursulinenschule Hersel) beeindruckt. 

Der abschließende Festvortrag  von Prof. Dr. Max Kerner ging aus von Irene Vallejos Buch „Papyrus“ als Hommage, geradezu als „Liebesbrief an das Buch seit der Antike“. Übersetzen bedeute für sie eine philosophische Aufgabe der Annäherung des Fremden und Einheimischen. So trete auch Emanuel Macron für eine „Vertraute Fremdheit“ ein als Antwort auf die Frage nach einer gemeinsamen europäischen Kultur. Max Beckmanns Raub der Europa zeigte 1933 die verzweifelte Europa. Nicht nur für Prof. Kerner ist Europa heute eine der großen Errungenschaften der Menschheitsgeschichte, die es zu schützen gilt. Angesichts der hervorragenden Leistungen der Schüler wissen wir mit den Worten von Frau Keupen „die Zukunft in guten Händen“.

Hermann Krüssel

Jürgen Bertram

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