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Es hat inzwischen schon fast Tradition, dass bei Präsidentschaftswahlen in den USA einige Lehrkräfte der Fachschaft Englisch am Morgen nach der Wahl zur gemeinsamen Beobachtung des Wahlausgangs in die Schule einladen.

Da sich die Berichterstattung auch medial sehr von dem unterscheidet, was wir in Deutschland von Bundestagswahlen kennen, kann man gemeinsam en passant so manche Unterscheide zum deutschen System und so manche Eigenheiten des US-amerikanischen Systems erläutern.

Darüber hinaus kommt man leicht ins Gespräch über aktuelle politische Themen in den USA und wie sie nun offensichtlich in der US Öffentlichkeit gewichtet werden.

 

Die Frage, ob es trotz Corona möglich sei, ein solches Wahlfrühstück durchzuführen, war schnell beantwortet: Schulveranstaltungen mit SchülerInnen der eigene Schule sind auch in gemischten Gruppen erlaubt, solange die Abstandsregeln eingehalten werden und für eine Nachverfolgbarkeit gesorgt ist. Frau Bergweiler und Frau Korsting-Backe waren sich schnell einig, dass es an der Anfertigung eines Sitzplanes und dem Bereitstellen eines großen Raumes nicht scheitern solle.

So trafen sich also am 04.11. um 6.00 (!) Uhr morgens ca. 30 SchülerInnen der Oberstufe in C103, um gemeinsam abwechselnd auf CNN und Fox News die Wahlberichterstattung zu verfolgen.

Ein gemeinsames Frühstück war leider wegen der Coronabeschränkungen nicht möglich – jeder musste sein eigenes Frühstück und seinen eigenen Kaffee mitbringen.

In Anbetracht der doch überraschenden Ergebnisse herrschte bei den Anwesenden zum Großteil ungläubiges Schweigen und vor allem Kopfschütteln. Viele konnten auch nach längerem Zuhören nicht nachvollziehen, wieso die Wahlausgänge in den einzelnen Staaten so waren wie sie waren. Allerdings herrschte auch Einigkeit: Es handelt sich um eine demokratische Wahl und dieses Mal konnte wohl niemand sagen, er hätte nicht gewusst, wenn er gewählt hat. Die hohe Wahlbeteiligung lässt keinen Interpretationsspielraum: Der Gewinner wird der gewählte Präsident des Volkes sein und er wird im Volk eine hohe Zustimmung genießen. Egal, wer der Gewinner sein wird, die amerikanische Gesellschaft ist tief gespalten, ist sich aber trotzdem soweit einig, dass zumindest am Tag nach der Wahl keine Ausschreitungen auftraten. Das war eine weitere Erkenntnis dieses Wahl“vormittags“.

Erfreulich ist, dass sowohl unter den Englischlehrkräften als auch in der Schülerschaft doch so viele Interessierte bereit waren, sich so früh in der Schule zu treffen, um gemeinsam den Ausgang der Wahl zu beobachten und über diesen zu reden.

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Dirk Adamschewski

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