Im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2018/2019 hat der Latein-Grundkurs EF von Herrn Nießen im Rahmen eines Unterrichtsvorhabens zu Ovids Metamorphosen eigene Videos zur Interpretation der Erzählung von Apoll und Daphne erstellt.

 

Der Hintergrund der Erzählung ist, dass der Liebesgott Cupido den Gott Apoll (Phoebus) und die Nymphe Daphne mit seinen Liebespfeilen derart verhext hat, dass Apoll sich unsterblich in Daphne verliebt, während diese ihren Verehrer verabscheut. Aus diesem Grund liefern sich die beiden nach ihrem ersten Aufeinandertreffen eine schier endlose Verfolgungsjagd durch die Wälder, bei der Apoll Daphne auch verbal von seinen Vorzügen zu überzeugen versucht. Als Apoll Daphne fast eingeholt hat, scheint nur noch eine Verwandlung die Nymphe vor dem Zugriff des Gottes bewahren zu können... Dazu der lateinische Originaltext mit einer Übersetzung des EF-Kurses und ein Arbeitsergebnis von Jonas Krapp, das sich sehen lassen kann: Hier Downloaden

Ovid, Metamorphosen, Verse 540–559 (lateinischer Originaltext und Übersetzung des EF-Kurses):

qui tamen insequitur pennis adiutus Amoris,
ocior est requiemque negat tergoque fugacis
inminet et crinem sparsum cervicibus adflat.
viribus absumptis expalluit illa citaeque
victa labore fugae spectans Peneidas undas
'fer, pater,' inquit 'opem! si flumina numen habetis,
qua nimium placui, mutando perde figuram!'

[...]
vix prece finita torpor gravis occupat artus,
mollia cinguntur tenui praecordia libro,
in frondem crines, in ramos bracchia crescunt,
pes modo tam velox pigris radicibus haeret,
ora cacumen habet: remanet nitor unus in illa.
Hanc quoque Phoebus amat positaque in stipite dextra
sentit adhuc trepidare novo sub cortice pectus
conplexusque suis ramos ut membra lacertis
oscula dat ligno; refugit tamen oscula lignum.
cui deus 'at, quoniam coniunx mea non potes esse,
arbor eris certe' dixit 'mea! semper habebunt
te coma, te citharae, te nostrae, laure, pharetrae;


Dieser, dem von den Flügeln des Amor geholfen worden ist, folgt dennoch, er ist schneller und verneint die Ruhe und sitzt der Fliehenden im Nacken und haucht das im Nacken zerstreute Haar an. Nach dem Verbrauch der Kräfte erbleicht jene und die von der Anstrengung der schnellen Flucht Besiegte erblickt die Wellen des Vaters und sagt: „Bring Hilfe, Vater! Falls ihr Flüsse eine Gottheit habt, zerstöre durch Verwandlung die Figur, durch die ich zu sehr gefallen habe!“ Kaum nach der Beendigung des Gebetes nimmt die Glieder eine starke Erstarrung ein und ihr weicher Brustkorb wird von einer zarten Rinde umwunden. Die Haare wachsen zu Laub und die Arme zu Ästen und der eben noch schnelle Fuß bleibt an zähen Wurzeln hängen, das Gesicht hat einen Wipfel. Der eine Glanz bleibt in ihr. Phoebus liebt auch diese und nachdem die rechte Hand an den Baumstamm gelegt worden ist, fühlt er das Herz unter der neuen Rinde noch immer beben, umarmt mit seinen Oberarmen die Zweige wie Körperglieder und gibt dem Holz Küsse; dennoch entflieht das Holz den Küssen. Der Gott hat zu diesem gesagt: „Aber da du nun nicht mehr meine Ehefrau sein kannst, wirst du sicherlich mein Baum sein! Dich, mein lieber Lorbeer, werden immer haben mein Kopfhaar, meine Leier und mein Köcher.

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