Am Dienstag dem 24.09.2019 trafen sich 17 Schülerinnen und Schüler des Physik Leistungskurses des Kaiser-Karls-Gymnasiums im Ludwig Forum für moderne Kunst. Nein, sie haben sich nicht verlaufen, sondern ganz bewusst ihren Weg gefunden, um die Klanginstallation AIS³ von Tim Otto Roth zu bestaunen und dabei in die Welt der Elementarteilchenphysik einzutauchen.

 

 

 

Die Physik begeisterten Jugendlichen erhielten gemeinsam mit ihrem Physiklehrer Andreas Kral zunächst einen Intensivworkshop zur Elementarteilchenphysik. Im Space des Ludwig Forums wurden sie von den beiden Physikern Martin Rongen und Marc Klinger empfangen und tauchten mit ihnen in die Welt kleinster Teilchen ein, mit denen sich der Kosmos erkunden lässt. In einem anschaulichen Vortrag ging es über Neutrinos, kosmische Strahlung und das IceCube-Experiment am Südpol. Hier erfuhren die Schülerinnen und Schüler, warum Physiker 5.160 Lichtsensoren kilometertief im arktischen Eis versenken, nur um kleinste Lichtblitze zu registrieren und sich dann im größten Detektor der Welt noch über die Richtung gemessener Lichtsignale im Eis zu freuen. Sie geben nämlich Information über die Herkunft hochenergetischer Neutrinos und können genutzt werden, um auf astrophysikalische Ereignisse frühzeitig aufmerksam zu werden. So gelang es beispielsweise vor zwei Jahren eine Galaxie im Sternensystem ausfindig zu machen, deren aktiver galaktischer Kern viele kosmische Teilchen zur Erde sendet. Neben den physikalischen Vertiefungen erhielten die Q1er vor allem auch Einblicke in die aktuelle Forschung und das Leben eines Wissenschaftlers, denn Martin Rongen war selbst schon zweimal am Südpol und berichtete über seine persönlichen Erfahrungen, die er bei seinen Forschungsaufenthalten machte. Nach dieser intensiven Einführung ging es in das Klanglaboratorium AIS³ von Tim Otto Roth. In Anlehnung an den gewaltigen unter dem Eis gebauten Detektor befinden sich dort 444 illuminierte Lautsprecher, die Klänge und Farben in unterschiedlichen Szenarien von sich geben. Damit taucht der Betrachter ein in eine unter dem Eis verborgene Welt und bekommt einen Eindruck von der Natürlichkeit der Detektion kosmischer Neutrinos. Für die Oberstufenschüler war es eine spannende Verbindung zwischen Kunst und Physik.

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