Podiumsdiskussion der Q1
 
Was kann man durch unsere Angaben in sozialen Medien über uns erfahren und inwieweit ist es möglich, uns durch diese zu manipulieren? Anlässlich der US-Präsidentenwahl Ende letzten Jahres und aktuell des „Brexits“ stellen sich die Frage danach, inwieweit personalisierte Werbung eingesetzt wird, um Wahlergebnisse möglicherweise zu beeinflussen. Grund genug, im April 2017 eine Podiumsdiskussion mit allen Schüler(inne)n der Jahrgangsstufe Q1 rund um dieses brisante Thema stattfinden zu lassen.

 

 

Kurze Zeit zuvor hatten sich bereits die Mathe-Leistungskurse im Rahmen eins CAMMP days des Schülerlabors CAMMP für mathematische Modellierung an der RWTH Aachen mit diesem Themengebiet beschäftigt, aus denen die fünf Schüler(innen) Lynn Eisenbach, Florian Eßing, Julian Ertel, Sophie Metz und Leon van Eß sowie Mathematik-Professor Dr. Martin Frank vom Lehrstuhl MathCCES der RWTH Aachen das Podium der Diskussion bildeten.
 
Nach einer kurzen Einführung in das Thema und der gleichzeitigen Vorstellung der Ergebnisse des CAMMP days seitens des Podiums wurde die allgemeine Diskussion unter Moderation von Maike Sube von der RWTH Aachen eröffnet. 

 

Zunächst trugen wir zusammen, welche unserer Daten wir in sozialen Netzwerken preisgeben und welche wir lieber für uns behalten. Die meisten Schüler(innen) gaben an, dass sie Informationen wie ihren Vornamen oft veröffentlichen, persönliche Daten wie ihre Adressen oder Telefonnummern hingegen für sich behalten.
 
Kern der Diskussion war die Frage, inwieweit es vertretbar sei, wenn Informationen der Nutzer sozialer Netzwerke von deren Anbietern gesammelt werden, um ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Dies geschieht mithilfe von Schattenprofilen, welche von Firmen speziell für das Sammeln von Informationen erstellt werden.

 

Ist es nicht vielleicht sogar hilfreich für uns, wenn uns so nur die Informationen angezeigt werden, die unseren Interessen entsprechen? Bei dieser Überlegung kamen wir zum Ergebnis, dass dies einerseits unsere Privatsphäre im beängstigenden Maße einschränke, uns dies andererseits oftmals Entscheidungen erleichtern könne.

 

 

Anknüpfend daran wurde über eine Organisation gesprochen, die nach eigenen Angaben durch die Anwendung von personalisierter Werbung den „Brexit“ unterstützt und auch Donald Trump zum Wahlsieg verholfen habe. Wir überlegten, inwieweit diese Aussage der Wahrheit entsprechen kann. Das Publikum war diesbezüglich gespaltener Meinung: Während einige glaubten, dass noch unentschlossene Wähler durchaus leicht zu manipulieren seien, vertrauten andere darauf, dass die breite Masse der Bevölkerung nicht blind der Werbung glaube, sondern vor dem Gang zur Wahl selbst nachdenke.
 
Am Ende der Diskussion fassten die Leistungskursschüler(innen) auf dem Podium ihre Ansichten zusammen: Ihrer Meinung nach könne man Menschen durch personalisierte Werbung durchaus in ihrer Meinung beeinflussen, allerdings oftmals nur die, die angesichts einer anstehenden Wahl noch unentschlossen sind.

 

Die Menschen, die sich hingegen in ihrer Wahlentscheidung bereits sicher sind, ließen sich so das Podium überwiegend nicht manipulieren. Das weitgehende Fazit lautete also: Wahlergebnisse lassen sich tendenziell zwar in eine gewisse Richtung leiten, ob Wahlen dadurch entschieden werden können, ist jedoch fraglich.
 
Insgesamt machten die hohe Beteiligung des Publikums sowie das Engagement der Organisatoren die Diskussion zu einer interessanten und aufschlussreichen Veranstaltung.
 
Pia Kölker, Q1