Anlässlich des Literaturprojektes „Von hier aus“ besuchte der renommierte Autor Norbert Scheuer am 25. Januar 2017 das Kaiser-Karls-Gymnasium.
 

Der Autor wurde 1951 in der Eifel geboren. Sein Heimatort Kall nimmt eine zentrale Rolle in seinen Werken ein. Als Student der Philosophie begann er neben seinem Studium mit dem Schreiben von einzelnen Geschichten und hat seitdem sechs Romane, einen Gedichtband und Texte zu einem Bildband veröffentlicht. Der 2009 erschienene Roman „Überm Rauschen“ gelangte auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Begeistert las unser Deutschlehrer Herr Körlings Norbert Scheuers Werke und organisierte daraufhin das Literaturprojekt sowie die Unterstützung des deutschen Literaturfonds, welcher die gesamten Kosten übernahm.

In mehreren Deutschkursen der Oberstufe wurden Scheuers Romane vorgestellt, sodass alle Teilnehmer entsprechend auf die Lesung vorbereitet waren. Am Mittwoch, den 25. Januar war es soweit. Im gut gefüllten Theatersaal wurde der Schriftsteller von Johanna Klutmann (Q1) vorgestellt und begrüßt.

 
 
Er eröffnete die Veranstaltung mit einem Einblick in seinen neuen, unveröffentlichten Roman „Am Grund des Universums“ (Arbeitstitel), über den in einigen Kursen im Vorhinein schon viel spekuliert worden war. Auf Grundlage dessen begann eine angeregte Fragerunde, in der wir nicht nur die Möglichkeit bekamen, allgemeine Fragen zu stellen sondern auch Anmerkungen zum Vorgelesenen zu machen. Von Fragen zu seinen persönlichen Präferenzen, über den Entstehungsprozess eines Buches, bis hin zu komplexeren Fragen, wie zum Beispiel über Hemmingways Eisbergmodell, beantwortete der Gast alles ausführlich und gab dabei einen sehr detaillierten Einblick in das alltägliche Leben eines Autors.
 

Zum Abschluss las er noch aus seinem favorisierten Buch „Flussabwärts“ vor.

 

Besonders intensiv haben wir uns sowohl während der Lesung als auch danach mit dem Schreibprozess eines Buches beschäftigt: So beginnt Scheuer nach Inspirationen aus dem Alltag zunächst mit dem handschriftlichen Niederschreiben seiner Geschichte. So wurde beispielsweise ein Afghanistanveteran, den er in Kall traf, Teil eines Buchcharakters in seinem aktuellsten Roman „Die Sprache der Vögel“. Parallel zu dieser „blinden Schreibarbeit“ informiert er sich über Hintergründe in der Bibliothek. Im Anschluss tippt er seinen Text ab, setzt sich dabei mit diesem auseinander und passt die Figuren und Handlungsstränge an die Geschichte an. In Zusammenarbeit mit dem Verlag wird abschließend die Geschichte überarbeitet, sowie Titel und Cover festgelegt. Der komplette Prozess von der ersten Idee bis zum fertigen Buch dauert im Durchschnitt drei Jahre.

Die Veranstaltung kam bei allen Beteiligten sehr gut an. „Ich fand es interessant, die Person hinter den Büchern kennenzulernen.“, so eine Schülerin des Deutsch-Leistungskurses der Q1. Auch Scheuer betonte, er habe selten eine intensivere Atmosphäre während einer Schullesung erlebt und sei von den umfangreichen Kenntnissen der Schülerinnen und Schüler über die Bücher positiv überrascht.  

Abschließend möchten wir uns bei Norbert Scheuer, Herrn Körlings für die Organisation und dem deutschen Literaturfonds für die Unterstützung bedanken.

Johanna Klutmann, Pia Kölker, Frederike Kuperjans und Julia Reisinger, Q1