Einblicke in den Beruf eines Archivars

 

Wer denkt, dass der Beruf des Archivars eine ausschließlich trockene und langweilige Arbeit ist, wird angesichts dieses sensationsträchtigen Titels einer preußischen Akte des 19. Jahrhunderts durchaus überrascht sein.

So waren es zumindest wir, die SchülerInnen der Bibliotheks-AG des KKG zusammen mit unseren Lehrern, als wir am 01.03.18 uns mit Frau Tiedeken, Mitarbeiterin des Stadtarchivs Aachen, trafen, um die Bestände eines der größten Kommunalarchive Deutschlands kennen und schätzen zu lernen.

Nach einer kurzen Einführung ins Archivwesen sowie dessen Feinheiten, begannen wir mit einer Führung durch die ehemalige Nadelfabrik „Rheinnadel“, welche heute das Archiv Aachens beheimatet. Unter Anderem konnten wir so einen Blick auf eine Karte Aachens aus der frühen Neuzeit sowie eine der ältesten Urkunden, welche der Stadt anlässlich der Krönung Friedrichs I., freie Stadt- und Münzrechte zuspricht. Anschließend konnten wir einer Praktikantin beim Reparieren einer Fotoplatte aus Glas, wie sie früher im Gebrauch war, zusehen. Wie man an diesem Beispiel sehen kann, werden nicht nur Akten in Archiven gelagert. Auch andere relevante Datenträger wie beispielsweise die genannten Fotoplatten werden aufbewahrt und restauriert. Generell nimmt die Restauration von Archivalien einen erheblichen Anteil der Zeit eines Archivars in Anspruch, wie uns von Frau Tiedeken erklärt wurde. Eher als exzentrisch anzusehen war dagegen die in einem mit Blattgold verzierten Schrank gelagerten, eigens verfassten Lebenswerke eines von Bescheidenheit nicht geplagten Aachener Fabrikanten des 19. Jahrhunderts.

Am Ende nahmen wir nach Hause mit, dass der Beruf des Archivars deutlich weniger altbacken und verstaubt ist als es zuerst den Anschein hat.

Alexander Fündling, Jg. EF