Wie gehen Menschen mit dem Tod um, die jeden Tag mit Toten zu tun haben?

 Was sind die Aufgaben eines Bestatters? Wie teuer ist eine Beerdigung? Wie gehen Menschen mit dem Tod um, die jeden Tag mit Toten zu tun haben?

Diese und weitere Fragen stellte sich zuletzt Herr Körlings' Religionskurs der Stufe Q2. Beantwortet wurden sie von Herrn Schinkenmeyer, der den Kurs am 28.02. besuchte, um den interessierten Schülern einen Einblick in seine Berufswelt zu verschaffen.

In der Vergangenheit, so Schinkenmeyer, habe es den Bestatter-Beruf noch nicht gegeben. Dafür waren beispielsweise Schreiner-Betriebe unter anderem für den Bau eines Sarges verantwortlich. Doch im Laufe der Zeit habe sich der Beruf des Bestatters mit einem gewachsenen Aufgabenfeld entwickelt. Die Aufgaben eines Bestatters sind in drei Bereiche zu unterteilen:

  1.  Die Einsargung
  2.  Die Betreuung der Angehörigen
  3.  Das Organisieren der Trauerfeier

Auf die Frage, was er an seiner Arbeit am meisten mag, antwortete Schinkenmeyer mit der Betreuung der Angehörigen, die er als Trauerbegleiter unterstützt und die ihn oftmals vor Schwierigkeiten stellen, weil es beim Bestatter zwischen Angehörigen oftmals zu Streits käme. Aus diesem Grund schloss er eine Fortbildung zum Mediator ab, welche ihm die Möglichkeit gibt, diese Streits zu schlichten, ohne dabei ein Teil des Konflikts zu werden.

Außerdem vermittelt er einige Trauernde an Trauercafés, wie z.B. „Tabitha“ in Aachen.

Da die meisten dieser Streits durch finanzielle Fragen ausgelöst würden, wollten die Schüler wissen, wie teuer eine Beerdigung durchschnittlich ist, und erfuhren, dass eine Bestattung in Aachen durchschnittlich 2700€ kostet. Allerdings gibt es in besonderen Fällen Unterstützung vom Staat und es gibt die Möglichkeit, vor dem eigenen Tod eine Sterbeversicherung abzuschließen.

Den Beruf erlernte Herr Schinkenmeyer von seinem Vater. Mittlerweile arbeitet er in dem Betrieb seines Vaters und schon mit 14 Jahren half er seinem Vater erstmals bei einer Einsargung. Aus diesem Grund hatte er sich bereits früh mit dem Thema Tod auseinander gesetzt, wodurch er dem Thema schon immer weniger distanziert gegenüber stand als die meisten Menschen.

Schließlich erklärte er, dass es in verschiedenen Ländern verschiedene Bestattungsarten und verschiedene Bräuche gibt. So werden Tote im arabischen Raum ohne Sarg und in Afrika in der Trauerfarbe Weiß beerdigt.

Neben diesem letzten Einblick interessierten sich die Schüler für die Frage nach Gott und ob der Glaube Herrn Schinkenmeyer bei der Bewältigung der Tode helfe. Er verneinte dies. Manchen Leuten helfe der Glaube sicherlich, er persönlich brauche allerdings keine Religion und die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod, um den Tod zu akzeptieren.

Nach der Stunde verließen die Schüler mit neuem Wissen, interessanten Eindrücken und gewiss der ein oder anderen Überraschung im Kopf den Raum und werden das Thema Tod in der Zukunft vielleicht noch aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Svenja Schreiber,Q2