Am 09.03.2017 lud die Klasse 7c Frau Köllmann von der Staatsanwaltschaft Aachen ein, damit sie uns über ihren Alltag in der Aservatenkammer berichten konnte und wir ihr Fragen stellen konnten. Wir sind auf dieses Thema gestoßen, als wir im Politikunterricht über Alltagsdrogen gesprochen haben und uns fragten, was eigentlich mit den von der Polizei beschlagnahmten Drogen passiert.

Die Aservatenkammer befindet sich im Adalbertsteinweg dort, wo sich vorher ein Gefängnis befand. Das Gebäude ist auf besondere Weise gesichert. Die Aservatenkammer erhält alle Aservate von der Polizei. Durchschnittlich sind es 20 Aservate pro Tag, jedoch gibt es Tage, an denen mehr oder weniger angeliefert wird. Häufig kommen nur Gegenstände wie Pullis und Mobilfunkgeräte an. Die häufigsten Sachen sind Überwachungsvideos von Ladendiebstählen und Autounfällen. "Das ungewöhnlichste, was bei uns ankam, war eine Kloschüssel", teilte uns Frau Köllmann mit. Die Aservate werden in Briefumschlägen und Kartons solange aufbewahrt, bis das zugehörige Verfahren abgeschlossen ist. Erst danach wird entschieden, was mit ihnen geschieht. Es ist abgesehen vom Einräumen der Aservate meist Papierkram, der erledigt werden muss. Es ist sehr unpraktisch, alles aufbewahren zu müssen, wie zum Beispiel fünf Kartoons mit Akten von einer Firma, die Pleite gegangen ist. In der Aservatenkammer wird alles leblose und nicht allzu große Dinge aufbewahrt, von Fingernägeln bis hin zu Einkaufswagen. Häufig kommen aber auch Geld und Drogen an, weil wir hier an der Grenze zu den Niederlanden leben und viele Drogen geschmuggelt werden, so Frau Köllmann. Die Droge, die am meisten vorkommt, ist Marihuana. Es kommen auch viele wertvolle Dinge, wie zum Beispiel die vergoldete Stammeskette einer Rockerbande oder gar Rolex-Uhren an. Früher wurden in der Aservatenkammer auch Bomben eingelagert, jedoch ist dies mittlerweile zu gefährlich. In der Staatsanwaltschaft arbeiten ca. 300 bis 400 Personen. Wenn an einem Tag einmal kein Aservat ankommt, müssen die Mitarbeiter Erinnerungen an die Staatsanwaltschaft schreiben, dass ein Aservat von einem bestimmten Fall noch in ihrer Obhut ist.

Diese besondere Politikstunde hat uns sehr gut gefallen und wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Köllmann.
Till Schaaf (Klasse 7c)