Am Mittwoch, dem 21.12.2016, in der dritten und vierten Stunde, besuchte Frau Marheineke den ersten Philosophiekurs der Q1. Frau Marheineke befindet sich derzeit in der Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin und ist nach ihrem abgeschlossenen Psychologiestudium dabei zu promovieren. Sie besuchte den Kurs, da dieser sich in den vorangegangenen Unterrichtsstunden mit Sigmund Freud auseinandergesetzt hatte und die Idee aufkam, sich mit dem Thema „Psychologie“ intensiver zu beschäftigen.

 

Frau Marheineke wollte Psychologie studieren, so erklärte sie uns, weil sie Menschen helfen wollte. Doch das Studium bestehe anfangs hauptsächlich aus Statistik und dies entsprach erst nicht ihren Vorstellungen, doch blieb sie weiter dabei und widmet sich jetzt dem praktischen Betätigungsfeld der Psychologie.
 
Wir Schülerinnen und Schüler interessierten uns besonders für die klassischen psychologischen Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen, Angststörungen etc. Über Depressionen sagte Frau Marheineke, dass ein Teil der Erkrankten vollständig gesund würden, ein Teil rückfällig würden und bei einem Teil eine Restsymptomatik bleibe. Auf die Frage, ob heutzutage mehr Menschen depressiv werden, antwortete sie, dass dies schwer zu bestimmen sei, da es ungewiss sei, ob mehr Menschen erkrankten oder es mehr Menschen gebe, die sich trauten zu einem Arzt zu gehen. Jedoch meinte sie, dass etwa 17% der deutschen Bevölkerung in ihrem Leben an einer Art der Depression erkranken würden.
 

Zum Thema „Psychose“ wurde die Frage aus dem Plenum gestellt: „Wie kann es sein, dass es Menschen gibt, die denken, sie seien z.B. eine Topfpflanze, obwohl Topfpflanzen nicht denken können?” Die Antwort war jedoch vergleichsweise simpel, denn die Psychose sei nur die extreme Ausprägung “normaler” Ticks. Zum Beispiel sei es rein rational völlig überflüssig, ein zweites Mal nachzusehen, ob man die Haustür abgeschlossen hat, wenn man beim ersten Mal schon gründlich nachgesehen hatte. So sei es auch rational nicht zu erklären, warum ein Mensch denken könne, er sei eine Topfpflanze.

Bei Angststörungen, z.B. diversen Phobien, gebe es mit einer Konfrontationstherapie eine sehr gute Heilungschance.
 

Zu all diesen psychischen Erkrankungen erklärte Frau Marheineke, dass sie genauso Leiden seien, wie ein gebrochenes Bein oder Schwindsucht. Doch würden psychische Leiden, hervorgerufen durch die Historie, auch heutzutage nicht ausreichend ernst genommen.

Es gäbe sogar eine gewisse Erblichkeit von psychischen Krankheiten. Dies führte zu einer Überleitung zum Thema der Säuglingsentwicklung, was die Pädagogikschülerinnen und -schüler des Kurses begeisterte. Das Thema wurde aus Zeitgründen jedoch nur angerissen, doch erfuhr der Kurs, dass eine Persönlichkeit schon im Mutterleib zu erkennen sei, allerdings noch keine Determination erfolge und dass das Umfeld eine deutlich prägendere Rolle einnehme.

Die Rückmeldungen des Kurses waren durchgehend sehr positiv. Auch in der Nachbesprechung dieser Stunde wurde sich äußerst lobend über diese Abwechslung geäußert. Diese Erfahrung kann man anderen Kursen sehr empfehlen, wenn es sich in das jeweilige Unterrichtsthema einfügen lässt.
 

Lukas Gruber und Javid Nazery, Q1