„Du bist verrückt, lebst du eigentlich noch?“ Solche und ähnliche Bemerkungen bekamen Wir vor Ferienbeginn zu hören. Wieso eigentlich?

Wir hatten zuvor im Mai dieses Jahres ein Schreiben von der Juniorakademie NRW erhalten, welches uns über die Annahme unserer beiden Bewerbungen informierte. Und was bedeutete das für uns?

Als wir zunächst im Januar unsere Bewerbungen für die Juniorakademie schrieben, hatten wir keine großen Erwartungen, dass wir dort auch angenommen werden.

Die Juniorakademie ist rückblickend mit einer Interessensgemeinschaft zu vergleichen. Die Voraussetzungen für die Bewerbung bestehen aus einem guten Zeugnis und an möglichst schulübergreifenden und vielseitigen Interessen. Und da von ca. 1900 Bewerbungen nur 162 angenommen wurden, hielt sich die Wahrscheinlichkeit für eine Teilnahme in Grenzen.

Doch weit gefehlt! Es stellte sich tatsächlich heraus, dass wir nun beide mit anderen neugierigen Schülern für 10 Tage in den Sommerferien die Möglichkeit bekamen, die Welt der Astrophysik kennenzulernen.

Die Juniorakademie NRW bietet jedes Jahr Kurse in naturwissenschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Themen an. Dieses Jahr gab es in der Zeit vom 1.-13. August 2016 drei verschiedene Standorte der Juniorakademie: Jülich, wo die Kurse Nanotechnologie, Mikrocontroller und Forensik angeboten wurden; die englischsprachige Akademie in Ostbevern beschäftigte sich mit den Themen Biomimicry, Nanotechnology und Physical Universe. Außerdem gab es den Standort Königswinter, bei dem man sich zwischen den Kursen Astrophysik, Forensik und molekulare Biomedizin entscheiden konnte.

Wir beide hatten Glück, der Wunsch jedes einzelnen von uns am Kurs Astrophysik in Königswinter teilnehmen zu können, wurde berücksichtigt!

Der Kurs bestand aus ca. 15 Schülerinnen und Schüler und 2 Kursleiter, die sich intensiv mit der Kursthematik auseinandersetzen und eine große Fachkompetenz besitzen.

Als dann Ende Mai ein Brief bei uns ankam, der mit dem Satz anfing: „Wie in jedem Jahr gab es auch dieses Mal mehr Bewerber als Teilnehmerplätze [...]“, dachten wir uns „Oh nein, alles war umsonst“. Doch dem war nicht so. Weiter unten im Brief stand, dass wir angenommen wurden und dass es ein Forum gab, in dem sich die diesjährigen Teilnehmer austauschen konnten. Dort haben wir unsere Telefonnummern ausgetauscht, um eine Whatsapp-Gruppe zu gründen und unsere kursübergreifenden Angebote während der Akademie geplant. KüAs (kursübergreifende Angebote) sind Freizeitaktivitäten, die von uns Teilnehmern selbst organisiert wurden. Einige von uns hatten vor Völkerball, Badminton und Tischtennis anzubieten, während andere lieber Kartenspiele, Poker und Werwolf spielen wollten. So haben wir beide beispielsweise gemeinsam Paartanz angeboten.

Der erste Tag der JuniorAkademie begann mit einer Eröffnungsrede und der Verabschiedung von den Eltern. Danach ging es direkt mit den Kursen los, in denen wir uns zunächst näher kennenlernten und besprachen, was wir in den nächsten 10 Tagen machen wollten. Jeden Tag haben wir uns 5 Stunden lang mit den spannendsten Themen der Astrophysik befasst. Zuerst haben wir uns mit unserem Sonnensystem beschäftigt, sind dann aber auch zur Entstehung von Sternen, Galaxien, dunkler Materie und schwarzen Löchern gekommen. Die Art des Unterrichtes war dabei mit dem der Schule nicht zu vergleichen. Man hatte die Möglichkeit Fragen zu stellen und so tief in die Materie reinzugehen, dass selbst unsere Kursleiter (eine Astrophysikerin aus der Universität Bonn und ein sehr engagierter Physiklehrer) an ihre Grenzen stießen, da es auf bestimmte Fragen noch keine Antwort gab. Das Highlight unseres Kurses war der Besuch des Radioteleskops in Effelsberg, welches mit einem Durchmesser von 100m das zweitgrößte bewegliche Radioteleskop der Welt ist!

 

Aber auch die Freizeit kam nicht zu kurz. Neben denn von uns angebotenen KüAs konnten wir uns täglich entscheiden, ob wir am Chor teilnehmen, am Rhein joggen oder mit einer Lochkamera eigene Fotos entwickeln wollten. Nach zehn Tagen Akademie-Alltag, wenig Schlaf und riesig viel Spaß neigte sich die Akademie viel zu schnell ihrem Ende entgegen. An der offiziellen Abschlussfeier nahmen neben unseren Eltern auch noch Sponsoren, Minister und Vertreter der Presse teil. Hier wurden unsere Arbeitsergebnisse auf Stellwänden präsentiert sowie auf der großen Bühne in der Aula der CJD-Schule Königswinter in ausführlichen Präsentationen erläutert. Zwischendurch wurde das Ganze durch Auftritte unserer Band und des Chores aufgelockert. Doch dann kam das, was kommen musste: Die JuniorAkademie war zu Ende und wir mussten uns verabschieden, was vielen sehr schwer gefallen ist.



Zusammenfassend gehörten die 10 Tage in der JuniorAkademie zu den schönsten und spannendsten Tagen unseres Lebens. Wir haben viele neue Freundschaften geschlossen, viele von uns sind seitdem ständig in Kontakt und planen schon mehrere Nachtreffen. Abschließend können wir jedem, der die Möglichkeit dazu bekommt, empfehlen an der JuniorAkademie teilzunehmen.

Fynn Renner und Angelina Sokolova, EF